Darum mag ich keine Veränderungen

Größere Veränderungen machen mir Bauchschmerzen. Das war eigentlich schon immer so.

Anfangs, wenn alles noch in weiter Ferne ist, dann freue ich mich. Rückt die Veränderung näher und näher, dann würde ich am liebsten laut „STOP“ rufen und alles beim Alten belassen: So war es, als ich damals in der Schulzeit als Aupair eine Weile nach Frankreich ging. Es war so, als ich Abi machte und sich plötzlich alles änderte und ich mich fragte „Und was mache ich jetzt?“. Auch als ich von Nürnberg nach München zog, war das Gefühl da. Oder bei Trennungen. Sogar als ich hochschwanger mit Theo war, dachte ich plötzlich, dass ich mir in die Hose mache vor Panik vor dem neuen riesigen Lebensabschnitt und der Veränderung. Also Ihr merkt: Das zieht sich bei mir durch wie ein roter Faden. Und jetzt bin ich wieder mal an solch einem Punkt, an dem ich laut „Sto-hooop“ rufen möchte.

Theo kommt nämlich ab September in den Kindergarten. Und ja: Ich habe mich vor einigen Monaten riesig darüber gefreut, dass er einen Platz in solch einem tollen Kindergarten ganz in unserer Nähe bekam. Wirklich.

Und jetzt? Jetzt werde ich wehmütig. Denn Kindergarten heißt: Abschied von unseren zwei wundervollen Tagesmüttern, bei denen Theo seit Januar 2015 ist. Und wenn ich wundervoll schreibe, dann meine ich das genau SO. Die beiden sind wahre Engel und es gab in dieser Zeit NIE NIE NIE irgendwelche Probleme. Theo fühlt sich dort so wohl und geborgen, dass es mir das Herz zerreisst, wenn ich daran denke, dass das in wenigen Wochen vorbei ist. Schon beim Schreiben werde ich ganz emotional, denn es ist das erste größere Kapitel, das nun schon wieder vorbei ist. Und: Ich weiß natürlich nicht, ob das nächste Kapitel (Kindergarten) auch so schön, geborgen und positiv wird.

Ich mag einfach keine Veränderungen. Manchmal denke ich mir, dass es doch praktisch wäre, wenn einfach immer alles so bleiben würde, wie es ist. Es läuft doch so gut. Können wir nicht auf „Slow“ drücken um die rasende Zeit ein bisschen langsamer laufen zu lassen? Ich geniesse das HIER UND JETZT so sehr – ich finde Theos Alter gerade so zauberhaft und mir wird ganz bang, wie schnell die Zeit verfliegt. War er gerade nicht erst ein neugeborenes Baby? Und jetzt schon fast ein Kindergartenkind?!?!

Was ich in den letzten Tagen durch Gespräche gemerkt habe: Es geht wirklich vielen Mamas so, dass größere Veränderungen Bauchschmerzen bereiten. Natürlich, denn wir wollen ja wirklich alle nur eines für unser Kind: DAS BESTE! Und wenn etwas läuft, dann kommt  zwangsläufig der Gedanke „Never touch a running system“. Ist doch so, oder?

Selbstverständlich weiß ich aber, dass Veränderungen wichtig sind, dass sie uns und auch unsere Kinder weiterbringen, dass es nichts Schlimmeres gibt, als STILLSTAND. Aber diese Umbruchphasen – wenn eben eine schöne, tolle Phase langsam endet und die neue Phase, die da kommt, noch so fremd vor einem liegt – die fühlt sich komisch und wehmütig an. Und genau darin stecke ich gerade im Moment.

Wohlgemerkt ICH. Nicht Theo. Denn der wird das Ganze sicher leichter nehmen und sich schnell an das Neue gewöhnen. Und er wird sich bestimmt wundern, warum seine Mama am 31.August, dem letzten Tag bei unseren Tagesmüttern, heimlich ein paar Tränchen verdrückt, bevor am 1.September ganz viel Neues auf uns zuströmt.

Und bestimmt wird es auch bei dieser größeren Veränderung so sein, wie schon so oft: Irgendwann fühlt sich das Neue so natürlich und gut an, dass es nicht mehr wegzudenken ist.  So war es damals nach dem Abi. So war es als ich nach München gezogen bin. So war es im Studium. So war es erst recht, als Theo, rosig und frisch auf der Welt, auf meiner Brust lag…

Vielleicht sind Veränderungen also manchmal gar nicht so übel?!

 


2 Gedanken zu „Darum mag ich keine Veränderungen

  1. Fühl dich gedrückt… Ich mag auch keine Abschiede – zumindest nicht von der Tagesmutter oder dem Kindergarten. Time flies… es geht alles so schnell… ABER: es ist so spannend, wie sich die Lieblinge weiterentwickeln, größer werden… <3 <3 <3
    Bussi

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