Darum schwöre ich auf Osteopathie

Ich habe es hier auf meinem Mama Blog schon ein paar Mal erwähnt: Ich gehe seit einigen Jahren ca. 2-3 Mal jährlich zu meine Osteopathin und es tut mir unglaublich gut. Es ist meist nichts Gravierendes, weshalb ich hingehe, aber ich merke jedes Mal einen Effekt (meistens bin  ich wegen meiner Migräne in Behandlung). Auch Theo wird osteopathisch behandelt. Seine Geburt verlief nicht ganz reibungslos, also waren wir, als er drei Wochen alt war, zum ersten Mal dort. Und es hat ihm wirklich gut getan. Seitdem waren wir ca. 5-6 Mal mit ihm in der Praxis und ich bin jedes Mal aufs Neue verblüfft über die positiven Veränderungen.

Weil ich von Euch einige Mails mit Fragen über Osteopathie erhalten habe, als ich vor einiger Zeit schrieb, dass es für mich „ME-TIME“ ist, habe ich meine wunderbare Osteopathin ein bisschen für Euch „gelöchert“ 🙂 Sie kann nämlich am Allerbesten erklären, wie Osteopathie wirkt.

Sandra Lauer ist eine absolute Powerfrau: Dynamisch, gutaussehend, anpackend, Mutter von zwei Söhnen (13 und 16). Man merkt ganz schnell: Diese Frau weiß ganz genau, was sie tut – hier bin ich in allerbesten Händen! Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie in Wendelstein bei Nürnberg die Praxis für Osteopathie AT Still Lauer.

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Liebe Frau Lauer, wie wirkt Osteopathie denn genau?  Die Behandlung ist immer so angenehm und entspannend….

Stellt man sich eine Pflanze vor, die in der Ecke wächst, wird sie nur eine runde Krone ausbilden, solange genügend Platz vorhanden ist. Bei veränderten Platzverhältnissen, wird sich ein „Abdruck“ am Wuchs der Pflanze bemerkbar machen. Diesen „Abdruck“ können erfahrene Osteopathen im Gewebe wahrnehmen, da sich eine veränderte und eingeschränkte Gewebebewegung in ihrer Richtung und im Rhythmus der Bewegung, oder veränderte Spannungszustände feststellen lassen. Der Körper reagiert mit verschiedensten und individuellen Anpassungen auf diese Funktions- bzw. Bewegungsstörungen.

Im Beispiel der Pflanze wachsen die Äste Richtung Wand langsamer, während die restlichen in den freien Raum länger werden. Außerdem wird evtl. die Krone schief, um aus der Ecke heraus zu finden. Dies ergibt eine ungleichmäßige Belastung auf den Stamm und die Wurzeln. Andere, primär nicht beteiligte Strukturen müssen also die Auswirkungen mildern und auffangen. Dies nennt man Kompensation. Beim Mensch mit Funktionsstörungen passiert das genau so.

Mit jedem Wachstumsschub hat der Körper die Möglichkeit, wenn genügend Dynamik im Gewebe ist, diese Problematik auszugleichen („das wächst sich aus“). Allerdings können ungleichmäßige Gewebespannungen diese Ausgleichsversuche behindern oder sogar verschlimmern. In diesem Sinn stellt die Osteopathie eine Möglichkeit dar, das Entstehen von späteren Krankheiten so weit wie möglich zu verhindern, weil dem System der Gesundheit der größtmögliche Spielraum gegeben wird, in dem kraftraubende Kompensationsmechanismen aufgelöst werden. Die osteopathische Behandlung hilft dem Körper, diese Funktionsstörungen aufzulösen. Das ist die ENT-SPANNUNG.

Mit meinem Theo war ich zum allerersten Mal bei Ihnen, als er 3 Wochen alt war. Und zwar nicht, weil er Probleme hatte. Sondern einfach, weil ich ihn „durchchecken“ lassen wollte. Was sind denn die häufigsten „Probleme“, die Neugeborene und Babies im ersten Jahr haben und kann Osteopathie da wirklich helfen oder muss man daran glauben??

Grins:-) genau deshalb arbeite ich so gerne mit Säuglingen, wenn die Koliken aufhören, das Stillen klappt etc. hat sich etwas im System geändert, OHNE einen bewusste Einflussnahme des Babys. Es kann nur wahrnehmen und fühlen…Der beste Beweis, dass die Person die behandelt wird nicht daran glauben muss.

Bei Schreikindern, also Säuglingen die ohne ersichtlichen Grund laut schreien und sich nicht oder nur schwer trösten lassen, gibt es vielfältige Ursachen. Für ein Baby ist Schreien die einzige Möglichkeit sich auszudrücken. Oftmals wird erklärt, dass es sich um Koliken handelt, die mit dem 3. Lebensmonat aufhören.

Schwangerschafts- oder geburtsbedingte Asymmetrien, Kompressionen im Bereich der Schädelbasis, des Atlas und der oberen Kopfgelenke, aber auch der anderen (Hals)Wirbel können genau dieses Verhalten auslösen.

Dies kann, muss aber nicht unbedingt, zu Störungen der Saug-Schluck-Koordination und Stillproblemen führen. Ein ständiger Kompressions-Stress auf die Hirnhäute, welche die Schädelinnenfläche auskleiden und entlang des Wirbelkanales bis zum Steißbein verlaufen, kann zu innerer Unruhe und Unwohlsein führen. Das Baby äußert dies möglicherweise in einem Überstrecken des Körpers, mit einseitiger Rumpfhaltung, bevorzugter Kopfhaltung zu einer Seite oder mit ständigem pressen und schreien.

Ein in Säuglingsbehandlung erfahrener Osteopath kann diese Spannungen lösen.Wenn Sie sich die Frage stellen: „Braucht mein Kind eine osteopathische Behandlung?“, vertrauen Sie Ihrer Intuition! Niemand kennt ihr Kind besser, als Sie selbst.

Wichtig sind aber auch die kleinen, weniger auffälligen Beschwerden und Verhaltensweisen. Achten Sie darauf, ist das Kind unruhiger, schläft es schlecht, bevorzugt es eine Körperseite? Wie reagiert es auf Berührung? Hält es oft die Hand an ein Ohr, schlägt es den Kopf immer an der selben Stelle an, gibt es bei Kleinkindern motorische Auffälligkeiten, Sprachschwierigkeiten, später Konzentrations- oder Schulprobleme?

Bei akuten Symptomen werden Sie natürlich einen geeigneten fachlichen Rat einholen, gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen! Wir verstehen uns als Komplementär-Mediziner, nicht als Alternative zur Schulmedizin! Schildern Sie Ihrem Arzt oder Osteopathen alles und vertrauen Sie Ihrer Intuition. Damit liegen Sie erfahrungsgemäß richtig!

Auch ich bin ja in Ihrer Praxis seit Jahren in Behandlung und es ist jedes Mal verblüffend, wie viel besser es mir dadurch geht. Springen die meisten Menschen so gut auf Osteopathie an und was sind Ihre Behandlungsschwerpunkte bei Erwachsenen?

In unserer Praxis haben wir bei den Erwachsenen Menschen genauso gute Erfahrungen gemacht. Alles was lebt und bewegt, hat die Fähigkeit der Anpassung- zur Heilung, ebenso wie zur Krankheit. Allerdings ist es immer vernünftiger zu Handeln, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“ Inspektion und Ölwechsel, wie für unsere Autos, sollte für unseren Körper, der 365 Tage im Jahr, 24h täglich arbeitet selbstverständlich werden.

Die Behandlungsschwerpunkte sind genauso unterschiedlich, wie die Menschen, die zu uns kommen. Der osteopathische Ansatz möchte ja die Selbstregulation unterstützen. Eine Störung dort äussert sich bei manchen z.B in Migräne, Verdauungsstörungen, Schmerzen, chronischen Erkrankungen, auffälliger Müdigkeit und vielem mehr.

Worauf sollte man bei der Auswahl einer Osteopathiepraxis achten?

Am allerbesten findet man die passende Praxis auf Empfehlung und Mund-zu-Mund-Propaganda:-) Es ist wichtig zu wissen, dass es in Deutschland noch keinen eigenständigen Beruf des Osteopath gibt, außer in Hessen.

Wichtig ist die 5 jährige Ausbildung und die Heilpraktikerzulassung, da sich alle anderen strafbar machen, wenn sie als Physiotherapeuten im Delegationsverfahren behandeln.

Weiterhin sind die Berufserfahrung und Weiterbildung wichtig. Daher nehmen wir als Lehrpraxis des Freseniusinstitutes Idstein, welches mit dem Bachelor of Osteopathie abschliesst, unsere Kollegen sprichwörtlich „an die Hand“ damit auch junge Kollegen auf unsere 20jährige Erfahrung zurückgreifen können und damit wachsen.

In der Regel gibt es einen Abstand von ca. 4 Wochen zwischen den Behandlungen            (außer bei Stillproblemen), nach 2-4 Behandlungen sollten die Beschwerden weg sein, oder sich aber so deutlich gebessert haben, dass es sich lohnt nochmals zu behandeln.

Liebe Frau Lauer, herzlichen Dank für die interessanten Antworten! 🙂

Eine Behandlung kostet übrigens 100 Euro, dauert ca. 1 Stunde und wird zum Teil von der Krankenkasse übernommen.

Kontakt: AT Still Lauer in Wendelstein bei Nürnberg


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