Elternzeit in Südafrika: Unser Erfahrungsbericht (Teil 1)

Einen ganzen Monat Südafrika! Diesen Traum erfüllten wir uns in der Elternzeit meines Mannes – und es war einfach herrlich. Unser Großer war zu dem Zeitpunkt genau vier Jahre alt, das Baby 9 Monate.

Am meisten Bammel hatten wir ehrlich gesagt vor dem Langstreckenflug. Von Frankfurt über Windhoek/Namibia nach Kapstadt mit kleinen Kindern – wie würde das werden?? (Wir flogen übrigens mit der Air Namibia aufgrund des Nachtfluges und des unschlagbar günstigens Preises).

Ganz ehrlich: Es war halb so wild! Die Kinder schliefen irgendwann ein, zwar war es FÜR UNS recht unbequem die Nacht im Flugzeug zu verbringen (vor allem weil ich das Baby auf mir hatte und der Rücken irgendwann schmerzte), aber bezogen auf die Jungs war es absolut problemlos. Besonders unser Großer fand alles einfach unheimlich spannend. Das Baby war  zufrieden, weil es ja uns eng um sich hatte. Ich hatte etliche Snacks und Fruchtquetschies dabei und vorgekochte Nudeln für das Baby (da das Essen im Flieger ja eher nicht so babygeeignet ist). Den Kleinen habe ich beim Abheben gestillt, für den Großen gab es von uns Frosch-Gummibärchen für Start und Landung um den Druck in den Ohren erträglich zu machen. Das klappte wunderbar.

Wer sich nur aufgrund eines Langstreckenfluges mit Kindern GEGEN eine Reise entscheiden, dem kann ich aus Überzeugung sagen: Traut Euch! Es lohnt sich! Man wird danach so sehr entschädigt mit vielen Erlebnissen, einem tollen Urlaubsziel und neuen Erfahrungen.

Angekommen im warmen Kapstadt, holten wir zunächst unser Mietauto direkt am Flughafen ab (Internationalen Führerschein nicht vergessen. Und: In Südafrika herrscht Linksverkehr!) Das Auto hatten wir vorab zuhause schon gebucht – wir entschieden uns für einen Toyota Avanza, da wir einfach unglaublich viel Gepäck hatten. Für unseren Großen liehen wir uns einen Kindersitz vor Ort aus, für das Baby war mir das zu heikel. Ich wollte nämlich auf keinen Fall riskieren, dass der Kleine dann nur einen normalen vorwärtsgerichteten Sitz bekommt, schließlich war er dafür mit seinen neun Monaten einfach zu klein. Darum hatte ich mir noch zuhause in Nürnberg im Babyladen „Babyleicht“ eine „Doona“ ausgeliehen (das ist übrigens keine Werbung, alles selbst bezahlt ;-)). Diese Doona ist sozusagen eine etwas größere Babyschale, die man auch mal als Buggy für kurze Strecken nutzen kann. So sieht das aus:

Das Teil ist genial, denn am Flughafen konnten wir ihn bequem darin schieben, es hat eine Flugzeugzulassung (beim Heimflug hatten wir netterweise einen eigenen Sitz für das Baby bekommen, sodass er entspannt darin fliegen konnte) und durch die einklappbaren Räder ist es im Auto als anschnallbarer Sitz einfach höher als normale Babyschalen. Für mich war das der Hauptgrund, warum wir unsere richtige Babyschale daheim gelassen hatten. Denn unser Baby sollte was sehen können im Auto, da wir ein paar längere Strecken eingeplant hatten. Wir nutzten die Doona also in Südafrika als Autositz – einen normalen Buggy hatten wir übrigens zusätzlich dabei.

Unsere erste Station in Südafrika war Hermanus. Von Kapstadt aus fuhren wir eine gute Stunde bis wir dort waren. Das dortige Apartement buchten wir auch vorab über airbnb – es war absolut toll mit einem unfassbaren Blick. Für uns war bei der Auswahl vorab wichtig, dass es sichere Anlagen sind, dass es eine Waschmaschine gibt und dass idealerweise ein Pool für die Kinder dabei ist.

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Hermanus ist ein kleines, nettes Städtchen, das bekannt dafür ist, dass man dort während der Saison viele viele Wale beobachten kann. Wir wussten, dass wir „zum falschen Zeitpunkt“ dort waren, was uns aber nicht davon abhielt, dort drei Tage zu verbringen. Für uns war Hermanus nach der langen Anreise der perfekte Ort zum Ankommen. Außerdem war es eine Art Etappenziel für unsere geplante Weiterreise. Es gibt dort tolle (für südafrikanische Verhältnisse relativ teuere) Restaurants mit fantastischem Essen und einfach gigantische Felsformationen, viele spannende Infos über Wale und einen großartigen Ausblick auf das Meer. Die Erholung setzte dort für uns sofort ein.

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Nach drei sehr schönen und entspannten Tagen fuhren wir weiter auf der sogenannten Gardenroute. Unser nächstes Ziel lag zwischen Knysna und Plettenberg Bay und war gute dreieinhalb Stunden von Hermanus entfernt. Die Strecken und Entfernungen in Südafrika sind so immens!!! Dort hatten wir ein großes Cottage in einer weitläufigen Anlage mit angeschlossenem Wasserpark.

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Die Anlage selbst würde ich übrigens nur eingeschränkt empfehlen: Kein Wlan, viele Hunde, recht einsam. Ursprünglich wollten wir dort neun Nächte bleiben, wir verkürzten aber ganz spontan den Aufenthalt um drei Nächte.

Dennoch war die Lage zwischen Knysna und Plettenberg Bay wirklich ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge. Gleich ums Eck liegt der Knysna Elephant Park, in dem man mit den riesigen Elefanten wahrlich auf Tuchfühlung gehen kann. Ein absolut unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie (Wir hatten uns übrigens bewusst gegen den berühmten Addo Elephant Park entschieden, da wir fanden, dass gerade unser Baby für einen solchen Safaripark noch viel zu klein ist)

Ein weiteres Highlight für uns war der Tsitsikama Nationalpark mit seinen berühmten Hängebrücken. Nach einer kleinen Wanderung über schattige Wege gelangt man auf diese Hängebrücken. Großartig!

Wir waren außerdem baden am Strand von Plettenberg Bay, bummeln in Knysna – wir schlenderten über tolle Märkte und ließen uns oft auch einfach treiben. Abends grillten wir oft im Garten von unserem Cottage, alles war so unglaublich entspannt für uns.

Wie gesagt: Wir verkürzten unsere dortigen Aufenthalt dennoch um drei Tage und schoben spontan ein paar Tage in Oudtshoorn ein. Wir lernten nämlich eine Familie kennen, die davon schwärmte. Das Örtchen liegt mehr im Landesinneren und ist berühmt für seine Straußenfarmen und die riesigen Cango Caves, einem Höhlensystem das absolut gigantisch ist. Nach Oudtshoorn fuhren wir OHNE vorab eine Unterkunft zu buchen – ganz ehrlich: Keine gute Idee!!! Wir wollten drei Nächte dort bleiben und klapperten sicher vier Anlagen ab, die einfach ausgebucht waren. Am Ende erhielten wir einen Tipp, der Gold wert war: Wir landeten in einer so schönen Lodge-Anlage mit Tieren, Pool, Spielplätzen, Frühstück und einem großartigen Restaurant. Wer möchte, kann dort sogar „Glamping“, also Camping in schick machen. Das ist dort oftmals schon Monate im Voraus ausgebucht.

Generell sind wir froh, dass wir diesen Abstecher nach Oudtshoorn gemacht haben – wir haben dort einfach viel erlebt und gesehen.

Wie unsere  Südafrika-Reise weiterging, das lest Ihr im zweiten Teil…


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