Es muss nicht immer weißer Zucker sein! Süße Alternativen für Kinder (Gastartikel)

Wer schreibt hier?

Ich bin Bernadette und freue mich sehr, dass Jenny mir die Gelegenheit gegeben hat, diesen Artikel für ihren Blog beizusteuern. Persönlich lese ich sehr gerne Mama-Blogs und Jennys Blog ist einer meiner liebsten. Ich selbst betreibe auch mit großem Spaß ein Blog, allerdings geht es auf Veganspirations mehr um veganes Essen und Leben als um mein Mutterdasein, auch wenn ich stolze Mama eines mittlerweile fast einjährigen quirligen Sohnes bin.

Daher rührt auch das Thema um das es im Folgenden gehen soll: gesunde Alternativen zum raffinierten Zucker. Nach einer Übersicht der verschiedenen Süßmittel stelle ich Dir noch zwei super schnelle und leckere Rezepte für zuckerfreie Desserts vor.

Zucker

Kinder sollten im ersten Lebensjahr keinen Zucker essen und nicht wenige Eltern versuchen, den ersten Kontakt mit Zucker so weit wie möglich nach hinten zu schieben. Denn Vorteile hat der Zuckerkonsum faktisch keine, aber viele Nachteile wie Karies oder Übergewicht. Außerdem wirkt er wie eine Droge. Denn haben die Kinder erst einmal die Süße des Zuckers gekostet, wird ihnen kein Obst mehr süß genug sein und sie wollen oft nur noch Süßigkeiten in sich hinein stopfen. Grund genug, nach gesunden Alternativen Ausschau zu halten.

Agavendicksaft

Agavendicksaft ist gerade in Veganerkreisen ein sehr beliebtes Süßungsmittel und ich gebe zu, dass ich ihn auch gerne verwende. Gerade wenn man nur einen Schuss Süße im Essen braucht ist der flüssige Agavendicksaft, den man aus der Plastikflasche pressen kann, ja sooo praktisch. Für Umweltbewusste gibt es ihn von einigen Firmen übrigens auch im Glas. Agavendicksaft ist auch eine tolle Alternative zu Honig, dabei aber geschmacksneutral.

Er hat sich den Ruf erworben, gesund zu sein. Viel besser als der raffinierte Zucker. Aber besser als der nährstofflose weiße Krankmacher ist ja fast jedes Süßungsmittel. Tatsächlich besteht Agavendicksaft zu 70 bis 90% aus Fruktose. Der Fruktosegehalt in einer sehr süßen Frucht wie der Banane überschreitet allerdings nicht die 6 %. Auch wenn Agavendicksaft einen niedrigen glykämischen Index hat (zweimal niedriger als Honig und dreimal niedriger als weißer raffinierter Zucker), so ist er durch den hohen Fruktosegehalt doch ein Dickmacher und zudem gefährlich für die Leber und den Pankreas. Er erhöht den Blutzuckerspiegel massiv. Ich meide ihn daher bei den Speisen für meinen Sohn.

Ahornsirup

Was wären nur Pancakes ohne Ahornsirup! Ahornsirup ist von der Konsistenz vergleichbar mit Agavendicksaft, hat aber einen deutlichen Eigengeschmack. Es gibt verschiedene Grade von A bis D, wobei der Geschmack von A nach D immer intensiver wird.

Ahornsirup kommt meist von Ahornbäumen aus Kanada. Beim Kauf solltest Du unbedingt auf Bioqualität achten, sonst kann es sein, dass der Ahornsirup mit Zuckerwasser verdünnt wurde. Außerdem ist Ahornsirup ein Süßungsmittel mit hohem Saccharoseanteil und sollte daher nur in Maßen genossen werden. Für mich Grund genug, auch den Ahornsirup bei meinem Sohn wegzulassen.

Apfeldicksaft

Apfeldicksaft ist einfach eingedickter Apfelsaft. Für einen Liter Apfeldicksaft werden etwa 7-8 Liter Apfelsaft eingekocht. Preislich liegt der Apfeldicksaft etwas höher als der Agavendicksaft. Er hat zwar einen sehr feinen Geschmack und kann in geringen Mengen sicherlich bedenkenlos genossen werden. Allerdings hat er wie der Agavendicksaft auch einen sehr hohen Fruktosegehalt. Daher rate ich wiederum zur Zurückhaltung bei der Herstellung von Baby- und Kleinkindnahrung.

Reissirup

Reissirup wird aus Reis gemacht. Dieser wird gemahlen, gekocht und gefiltert und schließlich zu einem Sirup eingekocht. Reissirup ist gluten- und fruktosefrei und reich an Mineralstoffen. Somit ist er zu den besseren Süßungsmitteln zu zählen, das Wort „gesund“ möchte ich hier aber dennoch nicht verwenden. Dies haben andere Produkte eher verdient, wie wir weiter unten sehen werden.

Rohrohrzucker

Rohrohrzucker ist teilraffiniert und enthält noch geringe Mengen an Melasse. Diese Mengen sind allerdings so gering, dass sie keine nennenswerten Mengen an Mineralien liefern können. Auch ist Rohrohrzucker ein ziemlich stark verarbeitetes Produkt und daher weder gesund noch für Kleinkinder empfehlenswert.

Vollrohrzucker

Vollrohrzucker ist mein liebstes Süßungsmittel. Er hat eine wunderbar karamellige Note, das riecht und schmeckt man.

Hergestellt wird er aus dem Saft des Zuckerrohrs und ist ein naturbelassenes, nicht raffiniertes Produkt. Er ist eine der besten Alternativen zum raffinierten weißen Zucker. Dass er aber dennoch – wie alle Süßungsmittel – in Maßen genossen werden sollte, dürfte klar sein.

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker schmeckt entgegen möglicher Erwartungen aufgrund seines Namens keineswegs nach Kokosnuss. Geschmacklich ist er vielmehr beim Vollrohrzucker anzusiedeln.

Hergestellt wird er aus Kokosblütensaft, welcher zu einem Sirup eingekocht wird. Dieser wird dann weiter erwärmt bis er auskristallisiert und später gemahlen.

Kokosblütenzucker hat einen niedrigen glykämischen Index und einen Fruktoseanteil von gerade mal 2 bis 9%. Das macht ihn zu einem sehr guten Süßungsmittel.

Bananen

Bananen sind von Haus aus sehr süß und verleihen Deinen Gerichten daher eine natürliche Süße. Der Vorteil gerade bei veganen Kuchen ist, dass sie auch wunderbar als Eiersatz funktionieren. Der Nachteil ist ihr starker Eigengeschmack, der bei einer größeren Menge verwendeter Bananen doch sehr deutlich hervortritt.

Gesundheitlich hat die vitaminreiche Banane viele Vorteile zu bieten und kann daher sehr gut als Süßungsmittel für Kinder verwendet werden.

Ich habe stets einen Vorrat an kleingeschnittenen gefrorenen Bananen vorrätig. Diese nehme ich um Smoothies zu süßen, wobei sie auch gleichzeitig durch ihre gefrorene Konsistenz das Getränk kühlen und cremiger machen.

Datteln

Wenn auf Zucker verzichtet werden soll, sind Datteln meine absolute Lieblingsalternative. Sie sind so reich an Nährstoffen, dass man theoretisch jahrelang ausschließlich von ihnen leben könnte ohne Mangelerscheinungen zu bekommen. Dies hat übrigens Prophet Muhammad getan, nachdem er nach dem Tod seiner ersten Frau Khadija verarmt war. Bis zu seinem Tod im Alter von 63 Jahren erfreute er sich einer recht guten Gesundheit.

Es gibt verschiedene Sorten unterschiedlicher Qualität. Am häufigsten wirst Du in Deutschland die tunesischen Datteln finden, die ich nicht so gerne mag, da sie recht klein und trocken sind und mich geschmacklich nicht überzeugen. Besser sind Medjool-Datteln. Kalifornische Datteln sind toll aber mitunter schwer zu bekommen. Daher sind meine Favoriten die iranischen Datteln, die man bei jedem gut sortierten Türken kaufen kann. Nachteil: sie sind nicht bio. Vorteil: ein Geschmack der besser ist als Schokolade! Cremig-karamellig, einfach ein Traum – und das alles für rund 3€ je halbes Kilo.

Für mich sind sie die beste süße Alternative für Kinder.

Rezepte

Nach dieser kleinen Zuckerkunde geht es jetzt aber zur Sache! Im Folgenden stelle ich Dir drei schnelle und einfache Rezepte für kindgerechte Nachtische vor.

 

Zuckerfreie Karottenmuffins

Ich liebe Albaöl, da es wie Butter schmeckt und riecht, aber dabei völlig vegan und sogar reich an Omega Fettsäuren ist. Mit dem Essig ersetzen wir in der veganen Bäckerei ein Ei, geschmacklich tritt er aber nicht hervor. Durch die Möhren werden diese Muffins schön saftig. Und für die Süße setzen wir Datteln und Rosinen ein. Nicht nur für Kinder sind diese Muffins daher ein sehr köstlicher Nachtisch.

 

Für 12 Stück brauchst Du:

200 g Dinkelmehl Type 1050

1 Packung Weinsteinbackpulver

100 g geschälte und gemahlene Mandeln

115 g fein geraspelte Möhre

100 g entsteinte Datteln

230 ml Mandelmilch

60 ml Albaöl

1 EL Essig

60 g Rosinen

Zeste von einer ½ Zitrone

2 EL Orangenwasser

1 Prise Zimt

 Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und die Mandeln unterheben. Die Mandelmilch mit den Datteln im Hochleistungsmixer fein pürieren. Mit dem Albaöl, dem Essig und dem Orangenwasser vermischen und zur Mehlmischung geben. Alles mit einem Schneebesen oder Rührblitz zu einem homogenen Teig verarbeiten. Zum Schluss die Möhre, die Rosinen und die Zitronenzeste sowie den Zimt in den Teig geben. Ein Muffinblech mit 12 Muffinförmchen auslegen und den Teig gleichmäßig verteilen. Dies gelingt am besten mit einem Eislöffel. Im vorgeheizten Ofen auf 200 °C auf der mittleren Schiene etwa 15 Minuten backen. Sie sind fertig wenn Du mit einem Holzstäbchen hinein stichst und wenig bis gar keine Krümel daran hängen bleiben.

 Chia-Mango-Dessert

Zwei Superfoods, nämlich Chiasamen und Mangos, Kombiniert in einem unkomplizierten Dessert. Das einzige was Du brauchst, ist ein guter Mixer. Chiasamen sind eine tolle Quelle für Ballaststoffe. Bereits ein Esslöffel deckt mehr als ein Viertel der empfohlenen Tagesdosis ab. Durch den hohen Gehalt an Ballaststoffen enthalten die Chiasamen Schleimstoffe, die sich mit Flüssigkeit vollsaugen können und eine Art Gel bilden. Sie können bis zum Neunfachen des eigenen Gewichts an Flüssigkeit aufnehmen.

Für vier Personen brauchst Du:

 230 g tiefgefrorene Banane in Stücken

60 g Chiasamen

500 ml Mandelmilch

1 TL gemahlene Vanille

400 g Mangopüree

 Alle Zutaten bis auf das Mangopüree im Hochleistungsmixer cremig pürieren und in Dessertschalen füllen. Mit dem Mangopüree toppen.

 

DANKE, liebe Bernadette, für die tollen Inspirationen und Rezepte! Ich werde mich gleich mal daran ausprobieren – es sieht einfach sooo köstlich aus. HIER gibt’s mehr von Bernadette und ihrem Blog Veganspirations.


2 Gedanken zu „Es muss nicht immer weißer Zucker sein! Süße Alternativen für Kinder (Gastartikel)

  1. Hallo! Ich finde es interessant was es für Alternativen zum Zucker gibt, aber ganz ehrlich, so viel Unterschied zwischen dem „bösen“ und dem „guten“ ist auch wieder nicht. Auch die hier erwähnten „guten“ Zuckeralternativen sind schlecht für die Zähne und machen süchtig, denn süß ist das ja trotzdem alles. In Maßen genossen ist es meiner Meinung nach egal ob mein Kind einen normalen gänzlich un-biologischen Schokokeks nascht oder einen veganen „zuckerfreien“ Dattel-Biomuffin. Ich finde es sogar besser wenn Kinder neben den gesunden Snacks auch das ungesunde Zeug haben dürfen, denn je verbotener etwas ist, desto attraktiver wird es. Wenn das Kind immer nur das gesunde Zeug naschen darf besteht viel mehr die Gefahr dass sich das Kind bei Gelegenheit mit künstlichem Zuckerzeug vollstopft und immer nur danach giert.

  2. Hallo! Ich bin auch eher ein Fan der alternativen Süßungsmittel, aber vorsichtig bitte! AHORNSIRUP und Co sind für Babys genau wie Honig nicht geeignet!!! Und ganz ehrlich, ob ich nun Sirup, Rohrzucker oder Rafinadezucker nehme und dem Baby gebe, das Süßerlebnis haben sie dadurch trotzdem. Ich denke auch, dass man ein bisschen naschen darf, es kommt ja schließlich auf die Menge an, nur eben nicht zu früh und nicht zu viel und nicht alles was kein Zucker ist, ist als Alternative für Babys geeignet!

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