Wenn Ostern trotz Sonne in’s Wasser fällt…

Osterfeiertage. Herrlich, der Mann hat frei – Familienzeit! Länger schlafen, gemütlich frühstücken, stundenlang im Schlafanzug rumlümmeln, mit Theo kaspern – ach ja – und das Haus auf Ostern trimmen (einen Osterstrauß  haben wir übrigens in diesem Jahr nicht – der Kleine wirft gerade alles um und würde die Eier runter reißen) und – ganz wichtig –  leckere Osterhäschen backen:

Gemütlich und entspannt????  Nur kurz. Leider. Wir haben aber auch immer ein Timing. Pünktlich zum gestrigen Karfreitag hatte Theo Fieber, Husten und Schnupfen. Ansonsten war er aber noch einigermaßen gut drauf, sodass wir  zu Oma und Opa gefahren sind und erste Osternester gesucht haben (das geht ausnahmsweise auch mal VOR dem Ostersonntag).

Der Osterhase muss wohl Clubfan sein?!? ;-)
Der Osterhase muss wohl Clubfan sein?!? 😉

Seitdem ich Mutter bin, merke ich, dass mir Traditionen wieder wichtiger geworden sind. Nikolaus, Weihnachten, Geburtstage – und jetzt Ostern. Durch mein eigenes Kind werden so viele schöne Kindheitserinnerungen zu diesen Festen wieder wach. Eier ausblasen, Eier färben, Eier suchen. Und natürlich wünsche ich mir, dass auch Theo all das liebt und in toller Erinnerung behält. Darum will ich es vor allem FÜR IHN schön haben, und es uns hübsch machen.

Man kann aber noch so viel planen, man kann alles noch so schön herrichten – alle Pläne werden über den Haufen geworfen, wenn das Kind am Karsamstag nochmal höheres Fieber hat und wenn der Husten unschön klingt. Kurz mit dem Mann diskutiert (er ist immer eher entspannt nach dem Motto „abwarten“) – aber meine mütterlichen Alarmglocken schrillten laut. Ich bin jemand, der sich gut auf seine Intuition, auf sein Bauchgefühl verlassen kann und wusste deshalb: „Wir müssen Theo  unbedingt abhören lassen, das hört sich gar nicht normal an.“

Also heute früh zum ärztlichen Bereitschaftsdienst gefahren – zum ersten Mal. Ich bin normalerweise nämlich nicht der Typ Mutter, der wegen jedem Schnupfen zum Arzt rennt – schon gar nicht am Wochenende, erst recht nicht am Karsamstag. Aber gut.

Wer schon mal in solch einer Bereitschaftspraxis war, der weiß, dass es vor Bakterien und Viren wohl nur so wimmelt. Hier ein Mädchen mit einer Spuckschüssel, da ein Junge mit einer roten Schnupfnase. Nur wie erkläre ich meinem 15 Monate altem Sohn, dass er doch im Wartezimmer bitte bitte nichts anfassen soll?? Mein Mann und ich zogen alle Register: Quietschende Küken, leckeres Getränk, Lieblingsbuch – wir hatten den halben Hausstand dabei. Theo wollte natürlich am liebsten trotzdem zu all den anderen (kranken) Kindern und alles anfassen. Bääääh. Und weil ich da wirklich sehr sehr empfindlich bin, haben mein Mann und ich uns abgewechselt und sind aus dem verseuchten Wartezimmer raus und im Gang auf und abgelaufen. Ging natürlich nur so mittelprächtig – aber zumindest hat er so nix anfassen können.

In der ärztlichen Bereitschaftspraxis wechseln sich niedergelassene Kinderärzte in Nürnberg ab mit dem Notdienst. Wir hatten Glück und hatten einen sehr netten Arzt, der lieb mit Theo umging. Diagnose: Fette obstruktive Bronchitis. Gar nicht lustig. Blut abnehmen. Schauen, ob Bakterien im Spiel sind. Gott, schon als ich das Wort „Blutabnehmen“ hörte, sah ich vor meinem inneren Auge eine riesige Nadel, die die Vene meines armen kleinen Jungens piekst und ihn völlig verschreckt. Ich war positiv überrascht, dass das bei so kleinen Kindern offensichtlich ganz unspektakulär mit einem kleinen Pieks in den Finger geht. Nach 5 Minuten hatten wir die Blutergebnisse – keine Bakterien, „nur“ Viren – zum Glück also KEIN Antibiotikum, aber inhalieren.  Sehr gut, dass wir da waren, sagte der nette Kinderarzt. Mit sowas sei nicht zu Spaßen.

Jetzt verbringen wir Ostern also im Bett. Meine festliche Stimmung ist dahin, natürlich mache ich mir Sorgen und bin ein bisschen geknickt. Ist das Kind krank, leidet man einfach mit. Und macht sich Gedanken. Und will lieber selbst krank sein – und das Kind bitte fit und fröhlich.

Jetzt schläft er erstmal. Und wenn er mag,  bekommt er als kleines Trostpflaster später ein kleinen Schokohasen – Schokolade macht zwar nicht gesund, aber irgendwie glücklich(er).

FROHE OSTERN, IHR LIEBEN!!!

Ich hoffe, Ihr seid fit und gesund. Aber esst trotzdem Schokolade…


3 Gedanken zu „Wenn Ostern trotz Sonne in’s Wasser fällt…

  1. Liebe Jenny, oh man ihr Armen, dass kann ich voll nachempfinden. Und das immer wenn man es gar nicht brauchen kann!! Ich schick euch ganz liebe ostergrüße und eine tüte Gesundheit, statt Schokolade. GLG

  2. Tut mir leid das euer Osterfest nicht ganz so gelaufen ist wie ihr euch das vorgestellt habt. Ich hoffe der Kleine ist schon auf dem Weg der Besserung! Leider passieren solche Sachen immer an Festtagen. Ich musste meine Frau vorletztes Weihnachten auch mit 40 grad Fieber in die Notaufnahme bringen.

    Sehr schoene Homepage ich hoffe bin schon gespannt auf deine naechsten Beitraege! Schau doch auch mal auf der Seite meiner Frau vorbei und lass einen Kommentar da wenn du Lust hast. Meine Ehefrau ist Verhaltenstherpeutin in der naehe von Los Angeles und ist gerade dabei eine Homepage mit nuetzlichen Tipps fuer Eltern ins Leben zu rufen.

    Schoene Gruesse aus Thousand Oaks, CA! (nebenbei bemerkt, als ehemaliger Bayreuther hoere ich auch hier in CA Antenne Bayern mit der radio app auf meinem Handy)

    1. Lieber Michael, wow, LA! Ich will auch 🙂 Finde ich super, was deine Frau macht!!!

      Danke dir übrigens für die Blumen, das tut gut zu lesen. Und ja, Theo geht es etwas besser. Wir inhalieren aber weiterhin.
      Ganz liebe Grüße, Jenny

      PS: Sonntag kannst du mich mit deiner Antenne-App in den USA hören, da habe ich Sendung!
      🙂

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