Radio-Leben

Wie ist es denn so beim Radio? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Von der Tagesmutter. Von Nachbarn. Sogar schon von meinem Frauenarzt. Und immer wieder antworte ich: „Gut, macht Spaß!“

Radio strahlt für viele eine gewisse Faszination aus – für mich nach wie vor. Ich liebe meinen Job und ich liebe meinen Sender ANTENNE BAYERN. Das schreibe ich jetzt nicht nur, weil vielleicht der Chef mit liest.

Eigentlich wollte ich schon immer zum Radio. Schon als 10-jährige spielte ich mit meiner Schwester im Kinderzimmer „Radio“ –ich war gerne die Sprecherin. Im Teenie-Alter habe ich mir dann fast wöchentlich beim Lokalradio meine Lieblingssongs gewünscht – und jedes Mal war ich stolz wie Oskar, wenn ich im Radio zu hören war. Mein Traum war es, selbst mal Moderatorin zu werden. Wirklich ernst genommen hat das eigentlich nie jemand. Ich habe also Abitur gemacht und fing sehr sehr halbherzig ein Lehramtsstudium an. Ist halt vernünftig. „Kind, lass dich verbeamten!“ – das waren die Aussagen meiner Eltern. Schnell habe ich gemerkt, dass das nicht mein Ding ist. Der Verstand sagte Uni, das Herz SCHRIE Radio J

„Aber da hast du doch sicher keine Chancen.“ Das Teufelchen war gemein. Aber das Engelchen auf meiner Schulter trieb mich schließlich dazu, dass ich mich beim Funkhaus Nürnberg als Praktikantin bewarb.

So blond und unschuldig sah ich vor über 10 Jahren aus. Als Praktikantin beim ersten Fotoshooting im Funkhaus Nürnberg;-)
Huch! Ich war ja mal blond!!! So sah ich vor über 10 Jahren aus. Als Praktikantin beim ersten Fotoshooting im Funkhaus Nürnberg;-)

Und es hat tatsächlich geklappt! Praktikum, Volontariat, Festanstellung, Antenne Bayern. Irgendwie flutschte es. Ein Job, der meine Leidenschaft ist. Ein Job, den ich liebe. Ein Job, der natürlich auch unkonventionelle Arbeitszeiten mit sich bringt: Frühschicht, Spätschicht, Wochenendschichten – das ist ganz normal in meinem Leben.

Zurzeit arbeite ich zwei Tage pro Woche von zuhause aus (Antenne Bayern ist ja in der Nähe von München und ich wohne 160 Kilometer entfernt in Nürnberg). Da mache ich „Redaktion“ im Homeoffice – ich bereite also Sendungen für andere Moderatoren vor (Theo ist dann übrigens immer bei der Tagesmutter). An ca.4 Tagen im Monat bin ich im Sender und moderiere selbst. Ich arbeite also in Teilzeit, sodass ich noch genügend Zeit für den Kleinen habe.

Oft werde ich gefragt, ob ich aufgeregt bin, wenn ich Sendung habe. Nicht mehr! Aber natürlich war ich bei den allerersten Sendungen MEGA aufgeregt. Teilweise war ich echt panisch, weil ich wusste, dass mich gleich so viele Menschen in Bayern hören würden – das will man ja nicht vergeigen. Mittlerweile, nach fast 11 Jahren beim Radio, bin ich aber natürlich routiniert und es bringt mich zum Glück so schnell nichts aus der Ruhe

Höchstens, wenn ich meinem Mann kurz vor der Sendung eine Whatsapp-Nachricht schicke mit den gluckigen Worten „Wie geht’s Theo? Ist er gut drauf? Was macht Ihr?“, und nicht nach spätestens 15 Minuten eine Antwort habe. Das macht mich tatsächlich unruhig – so innerlich. Ich will wissen, dass es meinem Kleinen gut geht, während ich arbeite :-) Nebenbei erwähnt: Der Papa macht das so gut mit Theo – eigentlich muss ich mir da wirklich keinerlei Gedanken machen. Aber so bin ich eben, seitdem ich der Kleine da ist…

On Air darf das natürlich niemand merken – eigene Sorgen oder Probleme lässt man sich selbstverständlich nie nie nie anmerken. Das funktioniert zum Glück auch immer gut – wenn das Mikro an ist, bin ich voll konzentriert und tauche ein in meine eigene Moderationswelt.

In Sachen Berufswahl bin ich also meinem Herzen und meinem Bauchgefühl gefolgt – auch wenn es manchmal vielleicht unvernünftig erschien. Natürlich gab es auch für mich Zeiten beim Radio, die nicht immer leicht waren, in denen ich die Zähne zusammen beißen musste. Oder in denen es extremst hart und anstrengend war, zum Beispiel in der Zeit, in der ich mein Studium fertig gemacht habe.

Aber ich wusste immer: Jawoll! Hier bin ich richtig!

Genau das ist es, was ich meinem Sohn im Leben mitgeben möchte: „Höre auf dein Herz und gehe den Dingen nach, die dich tatsächlich interessieren, mache nicht nur etwas, weil es Andere wollen. Kämpfe notfalls für das, was dich reizt. Beiße dich durch.“

Es lohnt sich meistens:-)

Eure Jenny


7 Gedanken zu „Radio-Leben

  1. Ich habe auch immer Radio gespielt und meine Klassenkameraden prophezeiten mir eine glorreiche Karriere als Synchronsprecherin.

    Ist nichts draus geworden, aber den Gedanken an eine Radiobewerbung hatte ich vor ein paar Jahren mal. Nur das Praktikantengehalt hat mich abgeschreckt.

  2. Nach wie vor höre ich Dich immer noch wahnsinnig gerne im Radio! Wir waren auf die erste Sendung ’nach‘ Theo auch total gespannt! Und, was soll ich sagen. .. Du kannst es immer noch!
    Dennoch finde ich das mit der Teilzeit super! Dann hab ich live (ohne air) auch noch ein bißerl was von Dir.
    Drück Dich!
    Konnie

  3. Du bringst in diesem Post echt eine tolle Botschaft rüber! Bei der Berufswahl lohnt es sich wirklich seinem Herzen zu folgen bzw. es wenigstens zu versuchen! Sonst würde man es wahrscheinlich immer bereuen =) Wer nicht wagt, der nicht gewinnt 😉 Ich finde es außerdem total schön, wie du deinen Beruf mit dem Familienleben vereinbarst =)

    1. Oh, danke dir für deinen lieben Kommentar, liebe Katharina! Ich habe gerade auch bei dir reingelesen – toller Stil!!! Ganz liebe Grüße, Jenny

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