Sag mir bitte nur, dass es einfacher wird!

Neulich hat mich folgende Mail einer frischgebackenen Mama-Bekannten erreicht:

„Seit Freitag sind wir nun Zuhause und ich muss sagen, dass es echt hart ist. Ich schlafe so gut wie gar nicht, ich stille alle zwei Stunden und dazwischen wird gewickelt und gegessen. Keine Ahnung, wie ich das Wochen und Monate durchhalten soll…Liebe Jenny, sag mir bitte nur, dass alles einfacher wird.“

Ich antwortete ihr ausführlich und startete meine Mail mit dem Satz: „Es wird besser.“

JA! Es wird besser, liebe frischgebackene Mamis. Glaubt Ihr, sonst würden so viele Frauen zweite oder gar dritte oder vierte Kinder bekommen? Wenn alles immer so anstrengend sein würde?

Und denkt bitte bloß nicht, dass es nur bei EUCH – ausgerechnet bei EUCH – so schwierig und anstrengend läuft zu Beginn. Hey, das ist ganz normal! Es ist aber auch alles viel und neu und so ganz anders plötzlich. Und dann noch die Hormone und das Wochenbett – und vielleicht noch ein paar Wehwehchen von der Geburt, die ganz frisch zurückliegt.

Seid stolz auf Euch und Euren Körper und gebt Euch Zeit! Zeit, sich an das neue, wundervolle Familienmitglied zu gewöhnen. Zeit zu lernen, wie man am besten miteinander klar kommt. Zeit zu erfahren, wie das kleine Baby „tickt“. Zeit, sich blind zu verstehen.

Es dauert ein paar Wochen, dann läuft es meist eingespielt und viel viel besser als ganz am Anfang. Das Stillen klappt dann ohne Schmerzen, das Wickeln läuft innerhalb weniger Sekunden, das Baby hat einen einigermaßen ordentlichen Rhythmus und auch Ihr selbst fühlt Euch wieder wie ein Mensch. Wirklich:-) Ich spreche aus Erfahrung! Ich empfand die allerersten Wochen auch als sehr sehr hart. Man ist so unsicher, man will nichts falsch machen, man weiß nicht, auf wen man hören soll…

Hört auf Euer BAUCHGEFÜHL!!! Ihr macht das schon. Unterdrückt es nicht! Denn es liegt quasi in Euren Genen, dass Ihr das wunderbar managen werdet. Lasst Euch nicht reinreden.

Wenn Ihr Euer Baby bei Euch im Bett schlafen lassen wollt, weil Ihr es einfacher findet, dann tut es. Wenn Ihr Eurem Baby Kümmelzäpfchen gegen die heftigen 3-Monats-Kolliken geben wollt, damit es nicht zu arg leidet, dann tut es. Wenn Ihr Muttermilch abpumpen wollt um mal wieder in Ruhe ein Stündchen was für Euch zu tun während das Baby beim Papa ist, dann tut es. Tut das, was Ihr für richtig haltet – intuitiv werdet Ihr das Richtige tun – das garantiere ich Euch:-)

Um auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen: Ja, es wird besser! Vor allem deshalb, weil man sich an alles gewöhnt und in alles hineinwächst. Und weil Ihr Euer Baby so viel besser kennenlernen werdet.

Ich will mal aus dem Nähkästchen plaudern:

Als ziemlich anstrengend empfand ich die ersten 2-3 Wochen. Danach ging es aber deutlich besser. Als Theo ca. 4-5 Monate alt war, waren die Nächte wieder etwas unruhiger – Anstrengungs-Höhepunkt war bei uns mit ca. 7-9 Monaten. Diese Phase empfand ich als sehr sehr hart (NACHTS!), woraufhin ich mich für die nächtliche Abstill-Methode nach Gordon (sehr sanfte und liebevolle Methode, absolut empfehlenswert ab einem dreiviertel Jahr) entschieden habe. Danach ging es bergauf – und richtig viel besser wurde es nochmal, als Theo mit 11,5 Monaten laufen konnte. Dadurch war er viel ausgeglichener und natürlich mobiler und selbstständiger. In diesem Zeitraum schlief er auch das allererste Mal komplett 12 Stunden lang durch – im eigenen Zimmer. Und das macht er zu 95% noch immer (Ausnahmen sind natürlich, wenn er krank ist…).Theo ist zwar sehr aktiv und bewegungsfreudig, aber wenn ich ihn jeden Tag auspowere, dann ist er ausgeglichen und fröhlich.

Ich kenne wirklich viele Mütter, die meisten berichten Ähnliches: Spätestens mit einem Jahr wird es deutlich einfacher. Natürlich noch nicht komplett „super-easy“ (Stichwort Trotzphase), aber ganz anders als zu Beginn, wenn man noch ein komplett von sich abhängiges Baby hat, das quasi rund um die Uhr die Mama braucht. Ich bin wieder ein eigenständiger Mensch, kann problemlos Dinge allein regeln und unternehmen und laufe nicht mehr wie ein Zombie mit Augenringen durch die Gegend;-)

Liebe frischgebackene Erst-Mamas! Ihr werdet den Satz nicht mehr hören können, aber: „Geniesst die winzige Babyzeit. Sie werden ja so schnell groß.“ Echt jetzt!!!

Und haltet Euch in schwierigen, müden, verzweifelten, anstrengenden, ratlosen Augenblicken vor Augen, dass es (fast) allen Neu-Mamas so geht wie Euch jetzt. In ein paar Wochen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus und ihr werdet beinahe wieder vergessen haben, dass es mal härter war:-)

Vertraut auf Euch und Eure Power, lasst Euch nicht reinreden und vergesst bitte nicht: Ihr seid großartige Mamas!

Eure Jenny

PS: Dieser Blogartikel darf gerne an Neu-Mamas weitergeleitet werden :-)


7 Gedanken zu „Sag mir bitte nur, dass es einfacher wird!

  1. Es wird manchmal nicht besser.
    Am 8.4 entbunden dann Gebärmutterentzündung dann Auschabung dann Atemnot bri Belastung dann wieder Krankenhaus dann Diagnose peripartale Kardiomyopathie. Dann Abstillen wegen der ganzen Medikamente dann Panikattaken plus postnatale Depression. Manchmal wird es eben nicht besser.

    1. Ohje, Maya, das hört sich hart an! Gute Besserung weiterhin und ich bin ganz fest davon überzeugt, dass es auch bei euch irgendwann BESSER wird!!!!!
      Alles Liebe

    2. Ich habe das gerade mal gegoogelt, liebe Maya. Da hast du echt was hinter dir!!! Ich hoffe, es geht dir heute dinigermaßen und du hast das Schlimmste überstanden! Drücke dich ganz fest (unbekannterweise)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *