Trau Dich wieder zu LEBEN!

Wenn ich an meine Schwangerschaft mit Theo zurück denke, dann war das wirklich eine glückliche, unbeschwerte Zeit: Ich war aktiv, voller Vorfreude und fast ein bisschen naiv;-) Keine unnötigen Ängste, dafür ein riesengroßes Vertrauen in meinen Körper und in mein Baby.

Diesmal, gute drei Jahre später, ist alles ziemlich anders. Mittlerweile bin ich schon mit Haut und Haaren eine Mama, und ich weiß, was für ein wertvolles Wesen da gerade in mir heranwächst: Ein absolutes Wunschkind, das unsere Familie komplett machen soll. Ab dem Moment, in dem ich im August den positiven Schwangerschaftstest in meinen zitternden Händen hielt, liebte ich dieses Kind. Und ab genau diesem Moment kamen plötzlich Ängste dazu.

Zwar hatte ich ein gutes Bauchgefühl, aber dennoch machte ich mir viel viel mehr Gedanken als damals bei Theo. Die ersten 12 Wochen, die sogenannte kritische Phase, zogen sich wie Kaugummi. Ich war so glücklich und erleichtert, als ich endlich in Woche 13 ankam und meine Ärztin mir versicherte, dass es dem Baby in meinem Bauch wunderbar geht. Doch kurze Zeite später gingen meine schlimmen Beschwerden los und diese ziehen sich seit fast sieben Wochen. Seitdem bin ich gehandicapt und voller Sorge und Angst. Mein Kleines wächst und gedeiht wunderbar, aber ich war erstmal aus dem Alltag gerissen, sollte ständig liegen und mich schonen. Ich googelte viel zu viel – alles nicht sehr förderlich.

Letzte Woche war mein Befund ganz gut – obwohl meine Beschwerden nach wie vor nicht ganz weg sind. Ich schwanke nun zwischen Optimismus und Angst. Der Oberarzt im Krankenhaus riet mir, langsam und vorsichtig wieder in meinen Alltag zu gelangen. Gar nicht so einfach, denn: Meine Unbeschwertheit ist einfach weg. Zwar mache ich kleinere „Ausflüge“, hole Theo im Kindergarten ab oder gehe in Begleitung auch mal wieder in den Supermarkt, aber ich bin wahnsinnig unsicher und habe furchtbare Angst, etwas falsch zu machen. Wenn ich mich dann an die Bilderbuchschwangerschaft mit Theo erinnere, dann kann ich es oft gar nicht fassen, wie unterschiedlich das doch tatsächlich laufen kann. Ich war gerade fast sieben Wochen lang quasi isoliert von der Außenwelt , habe die Tage – überspitzt gesagt – einfach ABGESESSEN. Das Leben oder die Schwangerschaft geniessen? Fehlanzeige!!! Keine Chance!!

„Trau dich wieder zu LEBEN.“ Das sagte heute eine liebe Freundin zu mir. „Hab Vertrauen in das Leben!“

Und sie hat so so Recht. Aber genau das ist nicht so einfach, denn mir fehlen die Unbeschwertheit und das Vertrauen.  Und ein bisschen die Naivität der ersten Schwangerschaft. Aber ich gebe mir Mühe – Tag für Tag…

Foto: Ricarda Hager
Foto: Ricarda Hager

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