Wenn das Kleinkind eine Zecke hat: Erfahrungsbericht & Tipps!

Letzte Woche saß ich morgens gemütlich auf dem Sofa, Kaffeetasse in der Hand, Theo spielte direkt am Boden. Plötzlich fiel mir was hinter Theos Ohr auf: Moment mal, was hat er denn da? Ein Muttermal? Nee. Scheiße. Das ist ne Zecke!!!!

Es ist nicht so, dass ich keine Erfahrung mit Zecken habe. Unsere Katze Tiffy ist 14 Jahre alt und schleppt diese Viecher ständig mit sich herum. Ich habe also schon HUNDERTE rausgemacht. Aber diese Zecke an Theos Ohr war miniminiklein. Und natürlich hatte ich alle möglichen Horrorgeschichten von Leuten, die nach einem Zeckenbiss gesundheitliche Probleme bekamen, im Hinterkopf. Was also tun?

Ich habe mich nach kurzem Überlegen dazu entschlossen, zu unserem Nürnberger Kinderarzt zu fahren. Einfach, weil ich nichts falsch machen wollte bzw. auf keinen Fall Gefahr laufen wollte, dass ich am Ende vielleicht nur die halbe Zecke heraus bekomme. Und: Weil ich Theo alleine niemals so festhalten könnte, dass er still hält. Also lieber auf Nummer sicher gehen.

Zum Kinderarzt schleppte ich unser Drogerie-Zeckenset mit – das brauchten wir aber gar nicht. Nach kurzem Geschrei war die Zecke entfernt – miniklein. Danach Zeit für meine Fragen, auf die ich sehr beruhigende und kompetente Antworten bekam. Deshalb schreibe ich sie Euch hier mal auf:

Stichwort Borreliose. Was muss ich beachten und wissen?

Die Borreliose-Gefahr erhöht sich, je länger die Zecke in der Haut ist. Wenn die Zecke UNTER 24 Stunden dran ist, dann ist das Risiko laut Aussagen der Kinderarztpraxis erfahrungsgemäß recht gering (Theos Zecke war circa 14 Stunden in seinem Ohr). Für die 2-4 Wochen nach dem Zeckenbiss gilt: Beobachten! Und zwar nicht nur die Bissstelle, sondern den GESAMTEN Körper. Der Borreliose-Ring (roter, ringförmiger Hautausschlag) muss nämlich nicht zwangsläufig an der gleichen Stelle, an der die Zecke war, auftreten. Denn Borrelien verteilen sich über das Blut. Also: ALLES beobachten!

Falls dieser Borreliose-Ring tatsächlich auftritt, sofort zum Kinderarzt fahren. Dann bekommt das Kleinkind nämlich Antibiotikum verschrieben (7 Tage lang. Erwachsene müssen es sogar 21 Tage lang nehmen!!). Bei Kindern verläuft eine Borreliose meist deutlich weniger gravierend wie bei Erwachsenen. Also KEINE PANIK

Theo ist nicht gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) geimpft. Wir wohnen aber im Risikogebiet. Was nun?

Auch da wurde ich beruhigt! Keine Panik. Nürnberg ist zwar FSME-Risikogebiet, aber die renommierte (und nicht gerade schlecht laufende) Kinderarztpraxis hatte dennoch NOCH NIE einen FSME-Fall. Also nicht den Teufel an die Wand malen. Nur 10 Prozent derjenigen, die sich infiziert haben, erkranken auch an FSME. (würde sich ca. 10 Tage nach dem Zeckenbiss durch grippeähnliche Symptome und Fieber äußeren. Also auch hier ist beobachten angesagt) Wenn ich Theo in Zukunft aber dagegen impfen lassen möchte, dann ginge das theoretisch zwei Wochen NACH dem Zeckenbiss.

Wie entferne ich eventuell zukünftige Zecken?

NICHT herumexperimentieren mit Öl oder Klebstoff. Dadurch gibt die Zecke nämlich möglicherweise mehr erregerhaltigen Speichel ab, weil sie sich erst recht festkrallt. Lieber eine Zeckenzange mit einer „zierlichen“ Spitze nehmen. Mein Drogerie-Set ist eher weniger für mini Zecken geeignet. Mir wurden die Zeckenzangen von Fackelmann sehr empfohlen. Werde ich mir zulegen!!!

Mein Fazit:

Ich bin beruhigter dank der ausführlichen Antworten unserer Nürnberger Kinderarztpraxis und ich hoffe einfach, dass Theo durch diesen Zeckenbiss keine weiteren Probleme bekommen wird! Daumen drücken und erstmal bitte keine Panik, wenn sich auch bei Euren Kindern Zecken verbissen haben….


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